Tansania Reisebericht ⋆ Mein atemberaubendes und herausforderndes Kilimanjaro Trekking Erlebnis

Meine erste Besteigung des Kilimanjaro

Reisen ist die schönste Nebenbeschäftigung, zumindest für mich persönlich. So oft ich kann, erkunde ich die Welt nach den Sehenswürdigkeiten, Orten und Kulturen, die mich interessieren.

Aufgrund der Corona-Pandemie musste ich genau diese Leidenschaft eine Zeit lang ruhen lassen. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, als endlich feststand, dass mein so lang ersehnter Trip nach Afrika auf den Kilimandscharo stattfinden würde.

Im Internet hatte ich mich über Reisemöglichkeiten in Zeiten von Corona informiert und dann schlussendlich meine Reise nach Tansania relativ spontan gebucht. Ich hatte mir auch schon einen Flug herausgesucht, der zumindest nur einen Stopp beinhaltete und die Flug- und Wartezeiten auch nicht zu lang und nicht zu kurz waren. Ich hatte zwar genügend Zeit, allerdings wollte ich die nicht nur im Flugzeug und am Flughafen verbringen.

Der jüngste Mensch der den Gipfel des "Kili" erreicht hat war 6 Jahre und 1 Monat alt. Der offiziell älteste Mensch war im reifen Alter von 87 Jahren.

Abflug vom Flughafen Hamburg, morgens um 9Uhr

Mein Flug Richtung Tansania sollte von Hamburg aus starten. Ich hatte mir diesen Flug ausgesucht, da die Flugzeit bis zum Kilimanjaro Flughafen gerade einmal 13 Stunden dauern sollte und die anderen Fluglinien weitaus längere Flug- und Wartezeiten hatten.

Also hob der Flieger ab und begab sich Richtung Amsterdam, mit Landung auf dem Flughafen Schiphol. Die Flugzeit war kurz, weswegen wir auch nur einen kleinen Snack erhielten und schon zur Landung auf Schiphol ansetzten. Der Aufenthalt in Amsterdam betrug ca. drei Stunden, was mir genug Zeit gab, in den Bücherläden nach einer Reiselektüre zu stöbern und nach erfolgreicher Suche im Terminalbereich auf meinem Anschlussflug zu warten.

Nur kurze Zeit später saß ich in dem Anschlussflieger Richtung Kilimanjaro Airport. Der Flug dauerte gute acht Stunden und in der Zeit fand ich reichlich Unterhaltung mit den Fluggästen, die benachbart von mir saßen.

Natürlich musste ich auf meiner gesamten Anreise die Maskenpflicht beachten und auch vor Reiseantritt einen negativen PCR-Test vorweisen. Vor Einreise in das Land musste noch ein Gesundheitsformular ausgefüllt werden, durch welches ein „Unique Health Code“ generiert wurde, welchen ich dann bei meiner Einreise vorzeigen musste.

Landung am Kilimanjaro International Airport

Wer schon einmal nach Afrika geflogen ist, kann mich sicher verstehen. Sobald sich der Flieger über dem afrikanischen Kontinent befindet, der Ozean verschwindet und die weite Wüste zum Vorschein kommt, macht sich dieses unbeschreibliche Gefühl sofort in mir bemerkbar. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber es ist ein unbestimmtes Gefühl – als würde ich nach Hause kommen.

Ich war bereits in verschiedenen Ländern in Afrika, darunter auch schon in Südafrika, in Namibia und Simbabwe und in Uganda. Daher kann es sicherlich sein, dass es daran liegt, dass diese Vorfreude in mir hochsteigt. Von meinem Sitzplatz aus kann ich sogar schon den Mount Kilimanjaro sehen.

Schon etwas länger hatte ich mir fest vorgenommen, den Gipfel des höchsten Berges in Afrika zu erklimmen und mit einem Foto vom Uhuru Peak nach Hause zurückzukehren.

Am Flughafen angekommen musste ich mich zuerst noch einmal einem Schnelltest unterziehen. Die Kosten für diesen lagen bei 25 USD. Des Weiteren fand ein sogenanntes COVID-19-Screening, ein einfaches Fiebermessen, statt und der vor Beginn der Reise erhaltene „Unique Health Code“ musste vorgezeigt werden. Der Rest der Einreise, an der Pass- und Visumskontrolle, verlief wie gewohnt. Nach Verlassen des Flughafens suchte ich mir ein Taxi, um zu meiner ersten Unterkunft zu gelangen. Der Fahrer wollte vom Flughafen bis zum Sal Salinero in Moshi etwa 50 Dollar haben.

Ankunft am Sal Salinero Hotel

Die Fahrt vom Flughafen bis zum Hotel dauerte um die 40 Minuten und ich hatte genügend Zeit mich mit dem Taxifahrer zu unterhalten und noch ein paar Insider-Tipps der Umgebung zu erlangen. Ich erzählte ihm ebenfalls von meiner bevorstehenden Kilimandscharo Besteigung und wie voller Vorfreude, aber auch Angst die Herausforderung nicht zu meistern, ich doch war. Keinesfalls wollte ich enttäuscht und ohne mein Foto vom Uhuru Peak nach Hause reisen. Doch mein Fahrer ermutigte mich und erklärte mir, dass die Wichtigkeit bei meinem Aufstieg besonders das langsame Geh-Tempo ist. Darüber hatte ich auch schon in einem Blogbeitrag gelesen. Die Höhenkrankheit ist eine Gefahr beim besteigen des Kilimandscharo, welche aber durch ein geringes Tempo und einen sanften Aufstieg minimiert werden kann. Somit sollte ich mir keine Sorgen über eine Erschöpfung aufgrund der Geschwindigkeit der Guides oder anderer Teilnehmer machen.

Nach einer angenehmen und interessanten Fahrt und einem entspannten Check-In unter Einhaltung der Sicherheitsabstände bezog ich mein Hotelzimmer. Die Zimmer in dem Hotel waren alle sehr hell und freundlich eingerichtet. Die Sauberkeit fiel mir sofort auf, denn ich hatte auch schon andere Unterkunftszustände erlebt. Das Personal war direkt bei Ankunft zuvorkommend und sehr freundlich. Auch sie hielten sich durchgehend an die Maßnahmen zum Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus.

Von meinem Zimmer aus hatte ich einen direkten Blick auf den Kilimanjaro. Ich sah den Gipfel und verstand dies als Omen. Ich war mir sicher es würde hart werden aber auch, dass ich es schaffen würde.

Der Beginn meiner Kilimandscharo Besteigung

Vom Hotel aus wurde ich dann am nächsten Tag zu meinem Bergführer gebracht, der mich sicher nach oben zum Gipfel bringen sollte. Bereits vor Antritt der Reise erhielt ich einige Hinweise und Tipps zu meiner bevorstehenden Tour.

Was überaus wichtig war, ist kälte- und feuchtigkeitsresistente Bekleidung und ein Schlafsack, der den ganz unterschiedlichen Wetterbedingungen, auf dem Weg zum Gipfel des Mount Kilimanjaro, standhalten würde. Die Tour sollte acht Tage dauern, da der Führer darauf bedacht war, dass wir uns langsam akklimatisieren konnten.

Startpunkt war das Marangu Gate, am Fuße des Kilimandscharo. Mein Guide holte mich und weitere vier Tourenteilnehmer vom Hotel ab und wir fuhren über Marangu zum Marangu Gate. Ich hatte alle unnötigen Dinge im Hotel gelassen, die während des Aufstiegs zum Gipfel des Mount Kilimanjaro nur stören würden.

Der Aufstieg zum Gipfel des Kilimanjaro über die Machame Route

Das Marangu Gate liegt bereits in einer Höhe von knapp 1.800 Meter über dem Meeresspiegel, genau wie das gleichnamige Bergdorf Marangu. Nun verstand ich erst, warum das Gate Marangu hieß. Marangu selbst war der zentrale Zugang zum Mount Kilimanjaro Nationalpark, wie uns unser Guide erklärte.

Hier lag auch die zentrale Verwaltung des Nationalparks und alle, die über die Coca-Cola Route, wie die Marangu Tour auch genannt wurde zum Gipfel des Mount Kilimanjaro wollten, trafen sich hier. Uns stand eine Tour von rund 68 Kilometern bevor mit einem Höhenunterschied von knapp 4000 Metern. Die Marangu Route sollte die angenehmste von allen Touren sein, die zum Gipfel führten.

Mich als ungeübte Wanderin sollte diese Tour dennoch fordern. Unsere Route begann mit einem gut erkennbaren Trampelpfad, der durch die üppige Vegetation am Fuße des Kilimanjaro führte. Direkt hier am Eingang schloss sich auch noch ein weiterer Guide sowie zwei Träger an, welche anderen Tourenteilnehmern mit ihrem Gepäck halfen. Ich hatte zuvor genügend Dinge im Hotel gelassen und nur einen kleinen, leichten Wanderrucksack mit mir.

Die Guides schienen sich untereinander zu kennen. Die Tour begann völlig entspannt und wir konnten geschützt von den Bäumen und Pflanzen die kühle Luft genießen, während die Temperatur außerhalb des Waldes weitaus höher lag. Mit den Stimmen der Guides vor uns und den Vogelstimmen aus dem Wald machten wir uns auf dem Weg zu unserem ersten Etappenziel, dem Machame Camp.

Das Machame Camp in knapp 3.000 Metern Höhe

Nach circa sieben Stunden hatten wir in einer mehr oder weniger entspannten Geschwindigkeit das Machame Camp erreicht. Der Aufstieg zum Machame Camp beinhaltet mittlerweile einen Höhenunterschied von knapp 1.200 Metern. Dadurch, dass der Aufstieg bis jetzt noch angenehm war, hatte ich den Höhenunterschied wohl noch gar nicht wirklich mitbekommen.

Noch hatten wir aber einen Höhenunterschied von gut 2.800 Metern vor uns. Ich freute mich bereits auf den Zeitpunkt, an dem ich auf dem Uhuru Peak stehen und den Kilimanjaro zum ersten Mal in meinem Leben bezwungen haben würde. Die üppige Vegetation hatten wir seit kurzem hinter uns gelassen und ich bemerkte, wie sich die Landschaft in niedrig wachsende Pflanzen änderte und der Regenwald hinter uns verschwand.

Einer der Guides hatte mir erzählt, dass durch die sich ändernde Flora die unterschiedlichen Klimazonen erkennbar sein würden. Je höher wir steigen würden, desto weniger Artenvielfalt würden wir vorfinden. Wir übernachteten an diesem Abend im Machame Camp und ließen den Abend mit ein wenig Unterhaltung ausklingen. Kennengelernt hatten wir uns bereits während der ersten Etappe ein wenig.

Ein neuer Tag beginnt mit dem Aufstieg zum New Shira Camp

Die Nacht war für mich eher etwas unruhig. Obwohl ich den Aufstieg vom Vortag bei Ankunft am Camp nicht wirklich gemerkt hatte, spürte ich nun doch die ersten Anzeichen eines Muskelkaters in meinen Oberschenkeln. Da musste ich jetzt allerdings die nächsten Tage durch, denn weniger würde dieser bestimmt nicht werden.

Nach einem kurzen, aber gehaltvollen Frühstück raffte sich unsere Truppe auf und der Marsch ging weiter durch Moorlandschaften und immer spärlicher werdende Vegetation. Unser Tagespensum sollte mit der geplanten Strecke einen Höhenunterschied von gerade einmal etwas über 800 Metern betragen, allerdings zog sich diese Etappe weit länger hin als der Streckenabschnitt vom Vortrag.

Bemerkenswert war, wie sich der Nebel wie Wolken über die Landschaft zog und ich deshalb kaum weiter schauen konnte als bis zum vordersten Mann. Der Wanderweg vor ihm war von meiner Position aus kaum zu erkennen. Somit liefen wir den Guides „blind“ hinterher und ich merkte, wie der Nebel sich wie ein Schleier auf meine Kleidung legte und wie ein dünner nasser Film über die Kleidung lief.

Nach sieben Stunden hatten wir den heutigen Tagesabschnitt gemeistert. Uns erwartete eine Übernachtung in Zelten, bei denen zum ersten Mal unsere Thermoschlafsäcke zum Einsatz kamen. Ich aß mit den übrigen Tourenteilnehmern zu Abend. Das Hauptgetränk während der Besteigung des Kilimanjaro bestand aus Tee, was mir allerdings nicht viel aus machte, da ich gerne Tee trinke.

Vom New Shira Camp über den Lava Tower bis zum Barranco Camp

Die bevorstehende Strecke an Tag drei hatte eine Länge von etwa 11 Kilometern. Dieser Routenabschnitt stellte sich als ein langer und anstrengender Trek, vom Shira Plateau durch den sogenannten „Garten der Senecios“ bis hoch auf den Lava Tower, heraus. Von dort aus ging es nach einer Mittagspause weiter über die Shark’s Tooth Felsformation, welche bereits auf knapp 4.600 Metern liegt, hinunter über den Southern Circuit bis zu unserem Ziel für heute, dem Barranco Camp.

Auf diesem Routenabschnitt bietet die Landschaft verschiedene Highlights, mir persönlich gefiel besonders die Wanderung über das Shira Plateau, welches, wie ich von unserem Guide erfuhr, auf der westlichen Seite des Kibo über eine Länge von 13 Kilometern erstreckt.

Eine wahre Herausforderung am Great Baranco Wall

Auf dem Weg Richtung Uhuru Peak erreichten wir noch ein weiteres Camp, allerdings war der Aufstieg bis dorthin relativ unspektakulär. Tendenziell wurde der Aufstieg direkt am Great Baranco Wall eher zu einer wahren Herausforderung. Uns lag eine steile Felswand im Weg, an der wir uns entlang hangeln mussten.

Die Strecke war zwar nicht besonders lang, dennoch kräftezehrend, da viel Konzentration und auch ein wenig Überwindung notwendig waren. Insgesamt war der Aufstieg bis zu diesem Zeitpunkt weitestgehend angenehm, sehe ich mal von der Feuchtigkeit und der abends folgenden Kälte ab.

Der finale Aufstieg - Gipfelnacht & -tag

Nach dem Aufenthalt im Barafu Camp, auf 4.680 Metern Höhe, war unser letztes Etappenziel in die Nacht verlegt worden, damit unsere Truppe den atemberaubenden Sonnenaufgang direkt vom Uhuru Peak bestaunen konnte.

Die finale Wanderung auf den Kibo war steil und langsam und es dauerte etwa sieben Stunden, um die Spitze des Kraterrandes zu erreichen, wo wir endlich das Schild für den Stella Point in der Ferne erblicken konnten. Zwar noch nicht ganz unser finales Ziel, aber wir hatten es nun fast geschafft. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es für uns dann um die letzten 156 Höhenmeter um den Kraterrand herum bis zum Uhuru Peak.

Und dann war es endlich so weit, ich hatte es geschafft. Welch ein grandioser Anblick, wenn die Sonne langsam die weite Umgebung erhellt, die zum Fuße des Kilimanjaro liegt. Dieser Anblick wurde dann, wie zuvor schon geplant, von mir auf einem spektakulären Foto festgehalten.

Der Abstieg zurück zum Fuße des Mount Kili

Nach dem wir den Gipfel des Kilimanjaro erreicht hatten, stand uns nun noch ein 11 km langer Abstieg zum Mweka Camp bevor. Meine Kräfte waren bei Ankunft auf dem Gipfel fast aufgebraucht, aber dieser atemberaubende Moment es endlich geschafft zu haben gab mir neue Kraft für den restlichen Weg. Gott sei Dank hatte ich auch ein paar Wanderstöcke dabei, welche mir den Abstieg auf jeden Fall erleichterten und meine Gelenke etwas schonten.  Unser letztes Camp befand sich im oberen Teil des Regenwalds. Es war erstaunlich wie reich an Sauerstoff und Feuchtigkeit die Luft hier doch war, auf jeden Fall eine sehr willkommene Überraschung.

Alles in allem war die von mir ausgewählte Tansania Gruppenreise zum Kilimanjaro ein voller Erfolg. Herausgefordert begebe ich mich nun auf eine neue Suche, Afrika Reisen gibt es ja wie Sand am Meer - mal schauen welcher Berg als Nächstes ruft vielleicht der Mount Kenya auf einer Kenia Reise oder doch lieber ein Badeurlaub in Mosambik?
Eins kann ich abschließend sagen: Die Besteigung des Kilimandscharo würde ich jedem als eine persönliche Herausforderung empfehlen.

Die Höhen und Tiefen der Machame Route

Während meiner Besteigung des Kilimandscharo musste ich so einige Höhenmeter und eine Distanz von 62 Kilometern überwinden. Wie genau sich die einzelnen Streckenabschnitte gestalten und unterscheiden können Sie der nachfolgenden Grafik entnehmen.

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